
War es früher übrig, sofern man nicht durch äußere Umstände gezwungen war, nur selten seinen ständigen Wohnort zu wechseln, lässt sich hier heute durch häufig ändernde Lebensumstände, die wachsende Vernetzung der Umwelt, differenzierte Ansichten des Zusammenlebens gesellschaftliche Transformationsprozesse hier ein starker Anstieg beobachten. Dies führt auch zu einer deutlichen Verknappung von Wohnraum in den Ballungsgebieten und entstehender Wohnraum deckt oft nur den Bedarf für einen kleinen Teil der Bevölkerung ab. In Deutschland liegt er aktuell bei 47 m² / Person. Oft resultierend aus großen 1-2 Raum Apartments, welche für einen Großteil der Bevölkerung nicht erschwinglich sind.
Über Clusterwohneinheiten für bis zu 15 Personen schafft der Entwurf differenzierten Wohnraum für unterschiedlichste Lebensentwürfe. Jede Bewohner_in hat wird eine private Wohnfläche von 15m² angeboten. über die Differenz zum herkömmlichen Flächenverbrauch ein für alle zugänglicher Gemeinschaftsbereich generiert. Der Entwurf bietet so jeder Person bis zu 145m² Gemeinschaftsfläche bei resultierenden Grundfläche von nur 26 m² / Person. Die so solidarische Aneignungsfläche beitet Raum für enstehende Synergien zwischen den Bewohnerinnen und ermöglichen Austausch, Kooperationen und Solidarität im Zusammenleben.
Dieses Prinzip wird nicht nur pro Cluster sondern auch Geschossweise fortgesetzt. So ist es möglich, dass die Bewohnerinnen bspw. eine Gemeinschaftsküche, ein Musikzimmer oder eine Bewohner_innenbibliothek nutzen können. Die Freibereiche eines Clusters ermöglichen durch Positionierung an drei unterschiedlichen Belichtungssituation ein Erleben des Tagesablaufs, fördern durch die Positionierung um den Infrastrukturkerns die Durchwegung und können je nach Bedürfnissen der Bewohner_innen bspw. Arbeitszeiten, gestaltet werden. Die Anordnung der Privatbereiche und Nischen ermöglichen gleichzeitig eine Differenzierung nach Begängnis, akustischer Belastung und Privatheit. Das als „Gewächshaus“ ausgebildete Dachgeschoss bietet weitere Gemeinschaftsbereiche bsw. Sauna, Fitness und Kulturbereiche. Aber auch eine von Bewohner_innen betreute Kinderkurzzeitbetreung funktioniert im Sinne des Solidarprinzips. Gleichzeitig stehen jeder Bewohner_in eine Anbaufläche von 8m2 zur Verfügung, damit lässt sich ca. 15 Prozent des Gemüsebedarfs decken.
Als Ausnahme bietet das 1. Regelgeschoss, über eine zusätzliche direkte Erschließung, die Möglichkeit das sonst häufig extern genutzte Erdgeschoss über eine Ateliernutzung direkt zu bespielen. Die Konstruktion des Entwurfs ist in drei Bereiche gegliedert. In den Sockel aus Stahlbeton, die darauf folgenden Regelgeschosse in einer Holzständerbauweise und der abschließenden Dachkonstruktion aus Stahl. Über ein einheitliches Raster, eine klare Struktur als auch über reversible Verbindungen wird die Wiederverwendbarkeit von Baumaterialien erhöht. Hier wird die Solidarität im Sinne des nachhaltigen Urban Minings umgesetzt, da Baumaterialien in der Zukunft noch begrenzter verfügbar sein werden.



