NEBRA

Die neue Burganlag In Nebra hat eine aufregende Geschichte und wurde im 13. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Seither durchlebte das Gebäude mehrere Kriege, wodurch es immer wieder teilweise zerstört und wieder aufgebaut wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg durch schwedische Truppen besetzt, teilweise erneut zerstört und verfiel danach. Heute sind noch teile des Wohnturms, eine Kapelle sowie die Gewölbe des Weinkellers vorhanden. Die unter Denkmalschutz stehende Anlage soll im Zuge dringend notwendiger Sicherungsmaßnahme einer neune Nutzung zugeführt werden. Diese sieht einen Veranstaltungsraum, der Wiedernutzung der Kapelle, einer Aussichtsplattform sowie die Ausbildung eines Umweges mit Wandelgang und Austellungsmöglichkeiten vor. Die Bespannung des Ausstellungsraumes kann ganz oder Teilweise (Theaternutzung) geöffnet werden.

Im Erdgeschoss liegen die Zugänge zum Gebäude (Haupteingang, Temporäre Bewirtung, Weinkeller/Toilette. Über die Haupttreppe wird der Wandelgang bzw. der Veranstaltungsraum erschlossen. Die transluzente Membranüberdachung des Veranstaltungsraum kann über ein Zugsystem geöffnet oder geschlossen werden und ist an einem Stahltragwerk befestigt. Dieses ist als Rahmensystem ausgebildet und liegt auf den Mauerkronen bzw. den Bodenplatten auf. Die Mauerkronen wurden mit Stahlbeton egalisiert. Durch Bohrpfähle, Verpressungen und Maueranker sowie die Rahmenwirkung des Tragwerkes sind die Mauern gleichzeitig gesichert. Im Wohnturm befindet sich der Wandelgang, welcher als Erschließung der unterschiedlichen Ebenen dient und auch für Ausstellungen (Bsp. Historie der Burganlage) genutzt werden kann.

Durch die unterschiedlichen Ebenen können nach viele Fensteröffnungen als Sitznischen genutzt werden. Ausbrüche an Mauern wurden durch Maueranker und Egalisierung mit Stahlbeton verfüllt. Über Rückgespannte Stahlträger, welche am Rand der jeweiligen Ebene liegen, werden die Mauer des Wohnturmes gesichert. In dem Geländer der beiden Emporen befindet sich ein Fachwerkträger, welcher als die Emporen trägt. Die Ebene der Aussichtsplattform sichert die Außenwände. Im Keller befinden sich Toiletten und der Weinkeller welcher für kleinere Veranstalltungen genutzt werden kann sowie ein Lager.

Mauerkrone und Ausbrechungen des Mauerwerks werden mit Ortbeton geschlossen. Eine Rückverankerung des Mauerwerks erfolgt dabei über in Bohrpfähle und Mauerwerksanker. Alle notwendigen Notsicherungsmaßnahmen sind Teil der Konstruktion zur Ausbildung der Nutzflächen, der Erschließung sowie des Daches.

Das Haupttragwerk wird mit einem herkömmlichen Textilgewebe für Veranstaltungsraumsysteme bespannt.
Durch die so entstehende Halbtransparenz wird der Innenraum atmosphärisch beleuchtet.

Viele der Fensternischen im Wohnturm können durch den Wandelgang erschlossen werden. Nach der Sicherung bieten diese Nischen Rückzugsorte im Ausstellungsbreich und halten gleichzeitig die Notwendige beziehen zur Umgebung / Außenraum des Wohnturmes.