REFUGIO MONTE FORCA

Der Entwurf der Schutzhütte am Südhang des Gablers in Brixen, Südtirol, interpretiert in seiner Konzeption die Formgebung und Funktion alpiner Schutzhütten neu. Vorrangig soll dabei die strikte Funktionstrennung des Schlaf- und Aufenthaltsbreichs, wie sie meist in konventionellen alpinen Refugien vorzufinden ist, aufgebrochen werden. Die Ausbildung von insgesamt sechs Ebenen über Splitlevel, Lufträume, unterschiedliche Belichtungssituationen und zuschaltbare Räume im Gebäude, unterstützt dieses Konzept, reduziert die Verkehrsfläche und steigert die räumliche Qualität erheblich, indem Bereiche mit differenzierter Privatsphäre bzw. Raumeindrücken gebildet werden. Die Schutzhütte wird somit nicht als stringentes, planes Bauwerk wahrgenommen, vielmehr verweist sie auf das Wesen des Wanderns. Durch diese innenräumliche Organisationsstruktur stellt die zentrale Treppe die einzige Erschließungsfläche dar. Der Winterraum kann separat erschlossen und von dem Rest des Gebäudes abgetrennt bzw. zugeschaltet werden. Die Verwendung von traditionellen Lärchenholzschindeln referenzieren in ihrer haptischen und optischen Erscheinung die Umgebung und traditionelle alpine Bauweise.

Wander*innenschutzhütte am Südhang des Gablers, Brixen

bis zu 30 Schlafplätze
(18 regulär, 4 im Winterraum, 8 in
Freibereichen)

Gemeinschafts- und Kochbereich,
Schafbereiche, Winterschutzraum,
Trockenraum, Sanitär mit Sauna,
Technik, Lager

NGF ca. 260 m²

Die Schutzhütte wird im Norden über einen Rücksprung, welcher als Windfang dient, erschlossen. Der Entwurf versucht, über die Funktionsanordnung den Bedürfnissen von ankommenden Wander_innen gerecht zu werden. So ist dem Eingangsbereich der Trockenraum und ein Sanitärbereich zugeordnet. Die angegliederte Treppe erlaubt einen Blick in den tiefergelegenen Aufenthalts-, Ess- und Kochbereich mit zentralem Ofen und Panoramablick als auch in die darüberliegende Ebene, in denen sich drei Schlafboxen für je sechs Personen befinden. Diese wurden voneinander getrennt in den Gebäudeecken angeordnet, sind aber dem umgebenden Bereich durch großformatige Schiebeelemente zuschaltbar und verlieren damit ihre Monofunktionalität. Gleichzeitig bilden sich Nischen aus, an denen großformatige Fassadenöffnungen angeordnet wurden. Diese nehmen dabei Sichtachsen auf wesentliche Aussichtpunkte der Umgebung auf, und stellen damit eine Verbindung zwischen dem Innen- und Außenbereich her, sorgen außerdem für eine ausreichende Belichtung.

Durch die Lufträume, welche mit einem Netz abgefangen werden, wird das Verweilen mit Ausblick in die Landschaft inszeniert und die Verbindung zu den darunterliegenden Ebenen gestärkt. Die eigentlichen Schlafbereiche kontrastieren dieses Prinzip und zeichnen sich durch sehr kleinteilige, reduzierte Fassadenöffnungen in Form von länglichen Fensterschlitzen aus, welche auf Höhe der Schlafplätze angeordnet wurden und verschlossen werden können. Sie erlauben dem Benutzer lediglich eine schnelle Orientierung zum Außenbereich. Gleichzeitig wird die Wirkung der Schutzes und der gefühlten Gemütlichkeit durch diese Geschlossenheit aufrecht erhalten.